Persönliche Gedanken über Liebe, Projektion und den Mut, sich wirklich zu begegnen
„Verletzte Herzen-Heilsame Beziehungen“
3. bis 4. Oktober 2026 · im Raum für Zeit in Much bei Köln
Dieses Seminar ist nicht nur aus meiner therapeutischen Arbeit entstanden. Es ist auch aus meinem eigenen Leben gewachsen ,aus meinen Erfahrungen als Frau, als Liebende und als Partnerin.
Auch ich kenne die tiefe Sehnsucht nach einer Beziehung, in der ich mich wirklich zeigen, öffnen und geborgen fühlen kann. Und ich kenne ebenso die Momente, in denen alte Verletzungen berührt werden, das Herz vorsichtig wird und Nähe plötzlich nicht mehr nur schön, sondern auch herausfordernd ist.
In meinen eigenen Beziehungen habe ich erfahren, dass Liebe allein uns nicht davor bewahrt, einander zu verletzen oder uns zeitweise aus den Augen zu verlieren. Zwei Menschen können sich lieben und sich trotzdem nicht mehr erreichen. Sie können sich nacheinander sehnen und gleichzeitig zurückziehen, aneinander festhalten oder sich hinter ihren Schutzmauern verbergen.
Auch Projektionen gehören zu meinen persönlichen Erfahrungen. Ich kenne die Momente, in denen ich glaubte, nur auf den Menschen vor mir zu reagieren – und später erkannte, dass eine alte Angst, eine frühere Verletzung oder eine unerfüllte Sehnsucht mit im Raum war. Manchmal erwarten wir unbewusst von unserem Gegenüber, dass es etwas in uns heilt, was lange vor dieser Beziehung entstanden ist.
Dann sehen wir den anderen nicht mehr nur so, wie er heute wirklich vor uns steht. Frühere Erfahrungen legen sich wie ein feiner Schleier über die gegenwärtige Begegnung. Die Angst, nicht wichtig zu sein, verlassen oder nicht wirklich gesehen zu werden, vermischt sich mit dem, was gerade geschieht.
Ich kenne den Schmerz, der daraus entstehen kann. Aber ich kenne auch die berührenden Momente, in denen dieser Schleier für einen Augenblick durchlässiger wird – wenn ich erkennen kann: Das, was ich gerade fühle, gehört nicht nur zu dir. Es erzählt auch etwas von mir und meiner Geschichte.
Diese Erkenntnis ist nicht immer leicht. Sie kann jedoch etwas verändern. Denn in dem Moment, in dem ich beginne, meine eigenen Verletzungen und Projektionen zu erkennen, muss ich sie nicht länger unbewusst in die Hände meines Gegenübers legen. Ich kann Verantwortung für meine Gefühle übernehmen, ohne mich dafür zu verurteilen – und den Menschen an meiner Seite langsam wieder klarer sehen.
Ich schreibe darüber nicht als Therapeutin, die außerhalb dieses Themas steht und bereits alle Antworten gefunden hat. Ich bin selbst eine Frau auf diesem Weg. Meine therapeutische Erfahrung gibt mir Wissen, Orientierung und die Fähigkeit, Menschen sicher zu begleiten. Meine persönliche Geschichte schenkt mir das Mitgefühl und die Demut zu wissen, wie viel Mut es braucht, die eigenen Schutzmuster anzuschauen und das Herz dennoch nicht zu verschließen.
Vielleicht ist genau das für mich der Beginn einer heilsamen Beziehung: nicht vollkommen zu sein und nie wieder verletzt zu werden, sondern mir selbst auch in schwierigen Momenten liebevoll verbunden zu bleiben. Zu erkennen, was zu meiner Geschichte gehört, und mich dem Menschen vor mir immer wieder neu und ehrlich zuzuwenden.
Aus diesem sehr persönlichen Anliegen ist „Verletzte Herzen – heilsame Beziehungen“ entstanden. An diesen beiden Tagen möchte ich einen geschützten Raum öffnen, in dem wir unseren Beziehungserfahrungen behutsam begegnen und erforschen können, wie wieder mehr Vertrauen, Nähe und wirkliche Begegnung möglich werden.
Du kannst als Einzelperson oder gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin teilnehmen. Auch Menschen, die beratend, therapeutisch oder begleitend arbeiten, sind herzlich willkommen.
Alle weiteren Informationen und die Anmeldung findest du hier: Verletzte Herzen – heilsame Beziehungen