Warum wir uns nach Nähe sehnen und manchmal genau dann zurückziehen
Manchmal begegnet uns ein Mensch und etwas geschieht.
Noch bevor unser Verstand verstanden hat, was uns eigentlich so berührt, fühlen wir uns angezogen. Vielleicht sogar magnetisch. Da ist eine Vertrautheit, eine Spannung, eine Sehnsucht oder dieses kaum erklärbare Gefühl:
Dich kenne ich. Bei dir möchte ich sein.
Und manchmal geschieht kurz darauf das Gegenteil. Die Nähe, nach der wir uns gerade noch gesehnt haben, wird plötzlich zu viel. Wir werden vorsichtiger, beginnen zu zweifeln oder ziehen uns zurück.
Andere erleben, dass sie sich in Beziehungen besonders anstrengen. Sie möchten gesehen werden, möchten gefallen, möchten alles richtig machen – und verlieren dabei beinahe unbemerkt den Kontakt zu sich selbst.
Und irgendwann taucht diese eine Frage auf:
Warum passiert mir das immer wieder?
Natürlich sind wir heute erwachsene Menschen. Wir kennen unsere Bedürfnisse, können Grenzen setzen und wissen vielleicht ziemlich genau, was wir uns von einer Beziehung wünschen.
Und trotzdem gibt es diese Momente.
Eine Nachricht bleibt aus.
Ein Mensch zieht sich zurück.
Ein bestimmter Blick trifft uns.
Jemand ist plötzlich nicht mehr so erreichbar wie vorher.
Und auf einmal fühlen wir uns nicht mehr erwachsen und souverän.
Wir fühlen uns klein.
Nicht gesehen.
Nicht wichtig genug.
Verlassen.
Zurückgewiesen.
Oder eingeengt
Dann reagieren wir möglicherweise nicht nur auf das, was gerade geschieht.
Etwas Altes in uns ist berührt worden.